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Pfarrei St. Anna

Der Weg vom Pastoralen Raum Herschbach-Selters zur Pfarrei St. Anna, Herschbach in zwei Schritten

Stand: Januar 2014

Warum Pfarreiwerdung? (nicht Fusion)

Die Gesellschaft in Deutschland und damit auch die Kirche hat sich verändert. Viele deutsche Bistümer korrigieren frühere Strukturen und bereiten sich damit kurz- oder langfristig auf die Zukunft vor. Im Bistum Limburg sank in den vergangenen 25 Jahren die Zahl der Katholiken um ca. 25% von 900.000 auf unter 670.000. (2017 ca. 609.000 und 2027 ca. 528.000). Zusätzlich verringerte sich die Anzahl der pastoralen Mitarbeiter und die der Priester. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, erhalten wir eine vereinfachte Verwaltung. Aus derzeit 86 Pastoralen Räumen werden die ca. 45 Pfarreien der Zukunft.

Geschichte vor Ort

Der Pastorale Raum Herschbach-Selters entstand über viele Jahre und bestand 9 Jahre (22 Dörfer/eine Stadt, ca. 14 auf 17 Km, 14.600 Bürger, 6700 Katholiken in 5 Pfarreien, in 6 Kirchengemeinden und 7 Kirchorten, erste Zusammenarbeit durch Pfr. Kohlhaas). Neuanfang im September 2009 mit Pfr. Michael Pauly und Marcus Fischer, GR Martin Roßbach und PR Matthias Scherer. Ab 2013 Pater Aniceth Mosha (50% Krankenhaus Selters). Geistliche Teambildung wichtig!

Vorgehensweise

  • Immer im größeren Kontext erklären vs. ´Aber mein Dorf …´
  • Verständnis und Vermittlung, Geduld und Vorangehen, berechtigte Fragen und Ängste anhören, ernstnehmen; ehrliche Antworten geben - auch über Nicht-Wissen! bei Meckereien: kurze und sachliche Richtigstellung
  • Information, Kommunikation, Handzettel, Ansagen, Homepage, gemeinsamer Pfarrbrief, Info-Besuche in Gruppen, Transparenz!
  • Sprache prägt Bewußtsein: Bsp.: Pfarreiwerdung anstatt Fusion, Kirchorte anstatt Pfarrkirche/Filialkirchen, auf Erfahrung und Fülle immer wieder hinweisen, zugleich Mangel/Mängel dabei nicht verschweigen, aber auch nicht ständig thematisieren
  • Pfarreiname St. Anna als "Dachname" für alle, Ortspatrone bleiben nicht nur erhalten - Kirchortprofil fordern/fördern
  • Kennenlernen der verschiedenen Gruppen sollte immer erst menschlich (Bsp. Neujahrsempfang, Wallfahrt, Grillen,…) und dann erst strukturell in einer Sitzung sein.
  • von Kirchorten reden anstatt Pfarrkirche/Filialkirche Jeder Kirchort darf für jeweiligen Anlaß Gastgeber (Zentrum) für alle sein - Bsp. Ewig Gebet, Ministrantentag, Helferfest, …
  • vernetztes Arbeiten erleichtert und bündelt Kräfte: z.B. Pfarrbüro, Hauptamtlichen, Ostern, Hauskommunion, Erstkommunion, Firmung, ´KinderFamilienKirche´, Frauengemeinschaften, …
  • Hilfe von Navigatorin annehmen und Person integrieren.

Inhalt

Vorteil der Pfarreiwerdung für schwache und kleine Kirchen-gemeinden, die erst dadurch als Kirchorte lebendig weiter bestehen können: christliches Verständnis! Kirchort darf lebendiger Teil des Ganzen sein! Kirche richtet sich auf Zukunft aus. Es ist ein normaler Prozess seit 2000 Jahren. Nähe zum Menschen wieder schaffen durch weniger Bürokratie und Aufwertung des Ehrenamtes.

Die Logoarbeit ist wichtig für das gemeinsame Bewußtsein.

Ablauf unserer (!) beiden Pfarreiwerdungen

Erste Pfarreiwerdung

8/2009

Bereitschaft des Teams zur Chance der Pfarreiwerdung!

9/2010

Weihbischof Dr. Löhr informiert alle Gremien

11/2010

PA beschließt Pfarreiwerdung in zwei Schritten

2011

Jahresgebet der Pfarreiwerdung, Predigten, Andachten, Wallfahrten, 10-monatige Befragung (Sorge/Hoffnung): wie soll das (geistliche) Leben in der Pfarrei sein?

1/2011

Bischofsvisitation

1/2011

PA beschließt "Fahrplan" der Pfarreiwerdung bis 1/2012

2-6/2011

6 Verwaltungsräte legen in 3 Sitzungen 6 Haushalte zusammen (Zweckbindung UND großer Haushalt)

9/2011

Beschluß aller PGR´s und VRK´s zum Pfarreivertrag. Feierliche Unterzeichnung im Gebet!

10/2011

Wahl des einen neuen PGR

1.1.2012

Pfarrei St. Anna wird rechtlich gegründet

1/2012

Wahl der VR, Bildung der Ortsausschüsse

1/2012

Drei Festtage der Pfarreiwerdung

2012

5 PGR-Sitzungen an verschiedenen Orten. 6 VRK-Sitzungen an verschiedenen Orten

25.4.2012

Nachklausur, Info über neue Struktur im WW

Zweite Pfarreiwerdung

1/2013

Bischofentscheidung: Pfarrei St. Anna und St. Peter & Paul Weidenhahn sollen eine neue Pfarrei werden.

2/2013

Gremien treffen sich, gemeinsame Feste, …

4/2013

Zuständigkeit beider Pfarrer. 2 x VRK + PGR bis Dez.

8/2013

´Verlobung´ der Pfarreien bei Kirmes Weidenhahn

10/2013

gemeinsamer Haushalt, Pfarreivertrag unterschrieben

1.1.2014

Gründung der neuen Pfarrei St. Anna

2/2014

vier Festtage der neuen Pfarrei St. Anna (6.-9.2.)(fast 8.000 Katholiken, 150 Km², 33 Dörfer + 1 Stadt, 8 Kirchorte, 3 Kapellen)

Die neuen Gremien

  • Wahlen in verschiedenen Varianten möglich! Auf PR oder Dorf oder Katholikenzahl bezogen.
  • Sitzungskultur beachten oder neu gründen, verschiedene Sitzungsorte nutzen, jeder Kirchort darf Gastgeber sein.
  • PGR: ein neuer PGR für die neue Pfarrei (ehemals PA): Chancen der Vernetzung nutzen!
  • VR: ein neuer VR für die neue Pfarrei: Chancen der Zusammenarbeit nutzen!
  • Ortsausschüsse: ein Sprecher, eine Person mit finanzieller Vollmacht, thematische Beteiligung für z.B. Erntedank, Ostern, projektbezogen arbeiten können
  • Sachausschüsse: z.B. Caritas, Ökumene, Jugend, …

Die Finanzen

  • Finanzen sind wichtig und nötig - aber zweitrangig!
  • Verwaltungsrat verwaltet! PGR entscheidet über die Pfarrei!
  • Haushalt: finanzielle Zweckbindung und zugleich ´großer Topf´
  • Christliche Solidarität in Erinnerung rufen!
  • Fördervereine/-kreise sind wichtiger als zuvor
  • Chancen des einen größeren Haushaltes nutzen: neue Verträge, Energiekosten, größere Planung, Hilfe für schwache Kirchorte, …

Der Vertrag

  • Musterfusionsvertrag als Hilfe/Vorlage
  • Inhalt zügig in Kleingruppen erarbeiten
  • Unterstützung vom Ordinariat erfragen
  • Unterschrift geistlich im Gebet gestalten (9/2011 & 10/2013)

Die Pfarreiwerdungen als Chance auffassen

  • Mit den Gläubigen feiern und Gott um seinen Segen bitten.
  • Chance für die Öffentlichkeitsarbeit (Dorffeste, kirchliche Feste und Fastnacht nutzen, Gruppen besuchen, Handzettel, Homepage, Jahreskalender mit Terminen aus allen Kirchorten, Aufkleber, Kulis, Tassen, Fahnen, Bier-Weindeckel, Logo!!! …)
  • Anfangsstimmung nutzen & Positive Erfahrungen ausbauen.
Pfarrei St. Anna